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Die Gemeinschaftsschule – eine Schule für alle

Wir wollen eine Gemeinschaftsschule als Schule für alle. Dazu wollen wir mit Ihnen in die Diskussion kommen. Wir wissen, dass die Ausgangslagen in den Ländern ganz unterschiedlich sind und darum verschiedene Wege dorthin gefunden werden müssen

 

Vorwort

Die Bildungsdebatte in Deutschland reißt nicht ab. Nachdem mehrere internationale Bildungsstudien belegen, dass bis heute in Deutschland die Abhängigkeit der Bildungsmöglichkeiten und des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft besonders hoch ist und die Lernergebnisse mit denen anderer Staaten insgesamt nicht mithalten können, sehen fast alle politischen Kräfte Verände rungsbedarf. Auch im Nationalen Bildungsbericht 2012 der Bundesregierung und der Länder wird festgestellt, dass unser Bildungssystem in entscheidenden Punkten rückständig ist. Schon 2008 hatte die Bundeskanzlerin auf dem Bildungsgipfel in Dresden Bildungsfragen zur Chefsache erklärt. Die von ihr ausgerufenen Bildungsziele wurden jedoch allesamt nicht erreicht. Trotzdem: In vielen Bundesländern gibt es inzwischen Veränderungen: die Hauptschule als eigenständige Schulform wird in fast allen Ländern abgeschafft, mehr Kinder mit und ohne Beeinträchtigung sollen gemeinsam lernen. Es gibt Anstrengungen, für eine innere Schulreform, für bessere frühkindliche Bildung, für den Ausbau von Ganztagsangeboten, für bessere berufliche Orientierung schon an der Schule. Dennoch bezweifeln wir, dass ohne eine Überwindung des gegliederten Schulsystems die bestehenden Defizite auszuräumen sind. DIE LINKE streitet gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Kräften für eine grundlegende Bildungsreform. Dies ist für uns ein zentrales Anliegen, für das wir in Bund und Ländern wirken und Verantwortung übernehmen.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen wir die gesellschaftliche Debatte um die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems in Deutschland. Die Zustimmung zu einer Schule für alle wächst.Ein wichtiges Zeichen für ein Umdenken ist es, dass sich nicht
nur Gewerkschaften, sondern auch immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer im Interesse besseren Fachkräftenachwuchses für Entwicklungen in Richtung eines längeren gemeinsamen Lernens an den Schulen aussprechen. Manche sehen allerdings schon in der Abschaffung der Hauptschule die Lösung. Auch wenn wir das nicht teilen, nehmen wir diese Bestrebungen als einen Ansatz, für die von uns und anderen gesellschaftlichen Kräften geforderte weiter gehende Reform hin zu Gemeinschaftsschulen zu werben.

Wir wollen eine Gemeinschaftsschule als Schule für alle.
Dazu wollen wir mit Ihnen in die Diskussion kommen. Wir wissen, dass die Ausgangslagen in den Ländern ganz unterschiedlich sind und darum verschiedene Wege dorthin gefunden werden müssen. In Berlin konnten sich seit Beginn des Pilotprojekts Berliner Gemeinschaftsschulen im Schuljahr 2008 / 2009 viele Schulen zu Gemeinschaftsschulen entwickeln. Der große Zuspruch zu dieser Schulform und die erreichten Ergebnisse, die in wissenschaftlichen Begleit- bzw. Vergleichsstudienbelegt sind, bestätigen die Richtigkeit dieses Ansatzes für eine grundsätzliche Umgestaltung des Schulsystems in Deutschland. Die Gemeinschaftsschule, in der alle Kinder und Jugendlichen länger gemeinsam lernen, verringert nachgewiesen die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. Sie kann mehr Schülerinnen und Schüler zu Bildungserfolgen und höheren Schulabschlüssen führen.

Mit dieser Broschüre legen wir Ihnen eine neue, überarbeitete Auflage unseres schulpolitischen Ansatzes vor. Sicher werden sich unsere Vorstellungen von der Gemeinschaftsschule auch künftig aufgrund neuer Erfahrungen weiterentwickeln. Doch den Beginn einer umfassenden Bildungsreform – den brauchen wir jetzt.

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